Professionelle Geräte: Überzeugende Reiterfahrung
Reitsimulatoren gibt es in sehr unterschiedlichen Ausführungen. Das reicht vom reinen "Feeling", das manche schon in einer Western-Bar gesehen haben, in der man statt auf Barhockern auf Reitsätteln sitzt, die auf Barhocker-Stangen montiert sind. Es gibt auch normale Sitzstühle und Schreibtischsessel, die mit einem Sattel ausgestattet werden um eine andere Art des Sitzens zu befördern, ohne Lehne und typischerweise gut für einen geraden Sitz. Aber wenn wir einen echten Reitsimulator beschreiben, dann meinen wir ein Gerät, das tatsächlich zum Training eingesetzt werden kann. Das reicht dann von einem "Holzpferd" auf dem ein Sattel montiert wird, bis hin zu einer echten Simulation mit Sensoren und entsprechendem haptischen Gefühl beim Reiten. Selbiges ist in den letzten Jahren der Entwicklung tatsächlich überzeugend geworden und überrascht auch Reiterinnen und Reiter mit der Qualität der Echtheit bei diesen Übungen.
Schonung von Pferden und Reitequipment
Was die genaue Idee hinter der Entwicklung von Reitsimulatoren war, kann heute nur noch schwer gesagt werden. Einige Dinge, die Reitsimulationsgeräte aber aufgrund ihrer Eigenschaften erfüllen, sind auch für viele Reiterinnen und Reiter relevant.
- Schutz der Tiere vor ungeübten Reiterinnen und Reitern, die entweder noch gar nicht reiten können oder nach langer Zeit aus der Übung sind.
- Schutz der Tiere auch vor jenen Reiterinnen und Reitern, die durch das Gewicht nicht für die meisten Pferde geeignet sind und trotzdem das Reiten ein wenig erleben wollen.
- Schutz der Reiterinnen und Reiter, die aufgrund eines Vorfalles - zB einem Reitunfall - Angst haben wieder in den Sattel zu steigen - der Reitsimulator kann eine perfekte Wiedereinstiegshilfe sein.
- Trockentraining auf dem elektrischen Pferd - Korrekturen und Sitztechnik kann viel besser geübt und gesteuert werden, wenn man auf einem Reitsimulator sitzt als wenn man in der Reitbahn mit einem echten Pferd unterwegs ist.
Ein Reitsimulator bricht sich kein Bein, wenn der Reiter auf dem elektrischen Pferd unachtsam ist, es kann auch keine Schreckreaktion erfolgen und es kann kein Weidezaun dabei kaputt getrampelt werden - der Reitsimulator steht still und bietet nur die Bewegungen des Pferdes an, die dann auch über die entsprechenden Sensoren - eben bei einem Profigerät - gesteuert werden.
Der Vorläufer des professionellen Reitsimulators ist in vielen Reitschulen heute die Realität. Zumeist auf einem fassähnlichen Holzkonstrukt, das quer gestellt ist, wird ein Sattel aufgelegt. Dort können sich Reiterinnen und Reiter in den Sattel setzen um von Seiten der Reitlehrer zumindest über die richtige Haltung am Pferd und die Richtige Beinstellung unterrichtet zu werden.
Diese Holzpferde hatten immer schon den Vorteil, dass sie sich nicht bewegen, der Reitlehrer oder die Reitlehrerin ganz nahe an der Schülerin bzw. dem Reitschüler stehen kann und konkreten Anweisungen geben kann, wie die Hände zu halten sind, wie der Rücken sein soll, wie die Beinstellung beim Reiten korrekt ist und wo und wie Hilfen gegeben werden müssen. Einziges kleines Manko: Das Holzpferd reagiert nicht, es ist einfach nur da und man sitzt drauf mit einem Sattel.
Viele Übungen im Trockentraining beim Reiten lassen sich mit einem Holzpferd und einem Sattel, den man oben auf das Fass legt, wunderbar durchführen. Vor allem Kinder lernen in vielen Reitschulen zunächst die richtige Haltung auf einem solchen Holzpferd. Wie groß das Holzpferd ist, hängt natürlich auch davon ab, welche Zielgruppe in der Reitschule damit angesprochen werden soll.
Holzpferde haben jedenfalls aber schon aus Sicht der Stallbetreiber den Vorteil, dass es eben kein echtes Pferd ist und man nicht nur detailliert darauf die Basisthemen wie den richtigen Sitz unterrichten kann, sondern eben auch, dass damit keines der echten Pferde dafür zur Verfügung stehen muss. Ein echtes Pferd ist für jeden dieser Betriebe wertvoll und außerdem können viele Menschen auf einem solchen Holzpferd zumindest die wichtigsten Themen über die Haltung beim Reiten lernen. Alleridngs bewegt sich das Holzpferd nicht.
Die Evolution des Holzpferdes...
Der echte, elektrisch betriebene, Reitsimulator ist quasi die "Evolution des Holzpferdes". Die professionell gemachten Reitsimulations-Geräte sind eben mehr als nur ein still stehendes rundes Holzprodukt auf das ein Sattel gelegt wurde. Ein professioneller Reitsimulator bildet die Bewegungen des Pferdes nach, er hat eingebaute Sensoren, die auch nicht nur den Schenkeldruck erfassen und verstehen, was der oben sitzende Reiter gerade tun will, sondern verfügt auch über Sensoren im Bereich der Sitzfläche unter dem Sattel, die dem Reitschüler Auskunft darüber geben, wie das Gewicht des Reiters oder der Reiterin auf dem Pferd gerade verteilt ist. Vieles von der Reitkunst hängt eben nicht nur von theoretischem Wissen ab sondern auch vom Gleichgewicht der Reiterin oder des Reiters und von der richtigen Haltung und den richtigen Hilfen ab. Die meisten professionellen Reitsimulatoren haben auch Sensoren im Bereich des künstlichen Pferdemauls und können so auch auf Zügelhilfen der Reiter reagieren.
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